Titanic – Die Begleitausstellung

16 Dez

Das kreative Kernteam um Yadegar Asisi ist nicht nur in die Gestaltung der Panoramen eingebunden, sondern auch an der Entwicklung der Begleitausstellungen zu den 360°-Kunstwerken beteiligt – derzeit für TITANIC.

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Beim neuen Projekt begibt sich der Besucher auf eine Zeitreise ins 19. und frühe 20. Jahrhundert, als im Fahrtwind der Industrialisierung neue Materialien und technische Innovationen das Leben der Menschen grundlegend veränderten. Es geht um den euphorischen Fortschrittglauben jener rasanten Zeit und die Selbstüberschätzung des Menschen, der sich durch einen laufenden Rekordbruch der eigenen technischen Höchstleistungen zu einem Gebieter der Natur hochstilisiert.

Um diese „sky is the limit“-Haltung für das Publikum emotional zu übersetzen, braucht die Ausstellung Installationen, die eine entsprechende Kraft besitzen. Im Zuge der Recherchezuarbeit für Yadegar Asisi reisten Creative Director Mathias Thiel und Artworker Kaj Knüpfer unter anderem nach Belfast, wo 1911 im größten Trockendock der Welt Arbeiten an der Titanic durchgeführt wurden.

Der Einstieg der Ausstellung erfolgt über das neue Universalmaterial jener Epoche – gewissermaßen die Triebfeder der industriellen Revolution: Stahl.
Die Planung des gesamten Verkehrswesens und Städtebaus der westlichen Industriestaaten stützte sich auf den Einsatz dieses neuartigen Baustoffs, der durch seine große Stabilität und enorme Elastizität ungeahnte Möglichkeiten bot.

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Visualisierung der Begleitausstellung © asisi

 

Zahlreiche historische Fotoaufnahmen sollen die damalige Entwicklung veranschaulichen, als der Mensch immer größere Maschinen herstellte und zwischen Tonnen schweren Hydraulikpressen und Meter hohen Schiffsschrauben selbst immer kleiner wurde.

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Visualisierung der Begleitausstellung © asisi

 

Der Besucher wird Zeuge vom Bau der gewaltigsten Stahlbrücken, Luftschiffe, Eisenbahnen oder Passagierdampfer, und erlebt so, wie Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Hetzjagd nach dem Superlativ die Grenzen von Zeit und Raum überwunden schienen.

Das sich verändernde Raumgefühl soll deutlich spürbar sein, weshalb die besonderen räumlichen Möglichkeiten des ehemaligen Gasometers voll ausgeschöpft werden: Auf dem Höhepunkt seiner Zeitreise trifft der Besucher schließlich auf die größte Maschine der Welt, die RMS Titanic. Vor dem Panoramaraum blickt er hoch zu einem Nachbau des Schiffsbugs im Maßstab 1:1.

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Nachbau des Titanic-Schiffsbugs © asisi

 

Entsprechend hoch ist die Fallhöhe beim anschließenden Betreten des Panoramaraumes. Nach dem Höhenrausch aus Beschleunigung, technischer Innovation und einem laut und gewaltig inszenierten Kräftemessen zwischen Mensch und Natur, findet sich der Besucher in rund 4.000 Metern unter der Meeresoberfläche wieder – ernüchtert, in der Stille der Meerestiefe am Wrack der Titanic.

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Visualisierung – Blick von der Besucherplattform © asisi

 

Das Projekt feiert am 28. Januar 2017 im Panometer Leipzig seine Premiere.

 

 

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