Fünf Jahre Asisi-Panorama »Die Mauer« am Checkpoint Charlie

12 Okt

Panorama-Zeitreise nach Berlin in die 1980er Jahre wurde von über 820.000 Besuchern gesehen.

Am Samstag, 14. Oktober 2017, wird am und im Panorama DIE MAUER das fünfjährige Bestehen gefeiert. Mit über 820.000 Besuchern seit Herbst 2012 hat sich das Panorama zu einem festen Erinnerungsort für die Zeit der deutsch-deutschen Teilung in Berlin entwickelt.  Als Dankeschön für fünf erfolgreiche Jahre wird es u.a. Bastelaktionen für Kinder, eine Glückslotterie, musikalische Kurzdarbietungen sowie kostenlose Führungen im Panorama geben.

Yadegar Asisi hat das Werk erstmals im September 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Er verarbeitet darin seine Erfahrungen als Zeitzeuge des Alltags in West-Berlin in den 1980er Jahren und seines Aufwachsens in der DDR. Neben über 800.000 Besuchern haben eine Reihe von prominenten Gästen das Panorama gesehen: U.a. die ehemalige First Lady der USA Michelle Obama mit Familie, Angehörige des Diplomatischen Corps wie der ehemalige US-Botschafter John B. Emerson sowie andere Vertreter aus dem Ausland. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls 2014 führte der RBB mit Jörg Tadeusz seine Abschlussveranstaltung mit Vertretern aus Politik, Kultur und Gesellschaft im Panorama durch, darunter Yadegar Asisi, Matthias Platzeck, Roland Jahn oder Hatice Akyün. Der TV-Sender Phoenix hat im Rahmen des Formats „Forum Demokratie“ verschiedene Podiumsdiskussionen zum Thema „Teilung“ im Panorama durchgeführt.

Die Panorama-Besucher tauchen ein in das Lebensgefühl in Berlin-Kreuzberg zur Zeit des Kalten Krieges. Gezeigt wird eine Situation an der Sebastianstraße, die damals von der Mauer geteilt war. Ein Freund von Asisi lebte im zweiten Stock in einer Wohnung, von der aus man einen unmittelbaren Einblick über die Berliner Mauer in den Todesstreifen und nach Ost-Berlin hatte. Wie in allen Panoramen ist der Bildinhalt überhöht und „verdichtet“: Es finden sich Szenen und Situationen nebeneinander, die zeitlich und örtlich nicht zeitgleich geschehen sind. So findet sich ein Streichelzoo neben der Wagenburg der Punks und besetzte Häuser neben Wohnungen, in die Migranten gerade einziehen. Jenseits des Todesstreifens beobachten Grenzsoldaten in den Wachtürmen das Geschehen im „Westen“ und im Bildhintergrund zeigen sich Häuser in Mitte mit dem Fernsehturm am Alexanderplatz. Auf den grauen Fassaden im Osten sind DDR-Parolen in Weiß auf rotem Grund zu sehen, während auf den grauen West-Fassaden bunte Reklamen zum Konsum anregen. Dargestellt ist der Alltag in der geteilten Stadt, in der sich die meisten Bürger mit dem Zustand arrangiert hatten. Neben der changierenden Beleuchtung, die einen grauen Herbsttag simuliert, machen Originalzitate von Ernst Reuter, Walter Ulbricht, Willy Brandt oder J.F. Kennedy, unterlegt von atmosphärischer Musik, die verfahrene politische Situation der Epoche hörbar.

Im Vorraum gibt eine Ausstellung mit Abbildungen dokumentarischer Privatfotografien von Berlinern oder Touristen einen Einblick in den persönlichen Alltag im geteilten Berlin oder in die bewegende Zeit des Mauerfalls 1989. In der aktuellen Überarbeitung vertieft die Ausstellung geschichtliche Hintergründe zu den Bildinhalten und gibt außerdem anhand von Skizzen und Zeichnungen dem Werk und der Biografie von Yadegar Asisi ein größeres Gewicht.

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