Fotoshooting für ROUEN 1431

12 Jun

Für das neue Panoramaprojekt „ROUEN 1431 – die Epoche von Jeanne D’Arc“ reiste Yadegar Asisi mit seinem Team erneut in die Normandie – diesmal für ein Fotoshooting mit 30 Darstellern. Organisator Levin Klocker berichtet.

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Das Panorama, das im Frühjahr 2016 ins Panorama XXL nach Frankreich kommt, zeigt die gotische Stadt Rouen, belebt vom regen Schaffen ihrer Bewohner. Um Mägde, Händler, Mönche, Soldaten oder Adelige alle für eine große Momentaufnahme zusammenzubringen, arbeiteten wir mit der Komparsengruppe Via Historiae zusammen. Diese verfügt über einen großen Fundus an mittelalterlichen Kostümen und Requisiten.

Am ersten Tag kamen die Darsteller frühmorgens an – beladen mit Ritterrüstungen, Lanzen, Schwertern und zahlreichen Kleiderkörben. Und prompt erwachte unser Umkleidesaal zum Leben: Männer klapperten mit ihren Rüstungen, Frauen füllten Bastkörbe auf und Kinder schmunzelten schelmisch, als sie sich kostümiert im Spiegel sahen.

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Kostümbildnerin Viola Völk kleidete die Darsteller ein und unsere Fotografen Matthias Meye und Manh Trung Doan bestiegen den 75 Meter hohen Kirchturm der Kathedrale. Dieser wird der Blickpunkt im Panorama sein und daher wurden auch von dort aus die Fotos geschossen. Ich behielt alles im Blick: Sind die Darsteller vollzählig eingetroffen? Funktionieren alle Walkie-Talkies? Liegen wir im Zeitplan?

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Dann ging’s auf die Straße. Kopf der Komparsengruppe Gaétan Perreau hielt seine Schäfchen beisammen und gab die Ansagen von Yadegar Asisi und seinem Neffen Alexander Assisi an die Darsteller weiter. „Marche!“ – und Action! In einem Prozessionszug marschierte die Truppe in einer Seitenstraße los. Jede Szene wurde mehrmals wiederholt, bis unsere Fotografen per Walkie-Talkie vom Turm aus „im Kasten“ vermeldeten.

Mittagspause

Nach einer Mittagspause mit Pizzas und einer ersten Lagebesprechung machten wir uns an die nächsten Szenen. Jetzt waren das Militär und Jeanne D’Arc an der Reihe. Mitten auf dem Kathedralenplatz nahmen die Soldaten in voller Montur Stellung ein, da zückten einige Schaulustige ihre Smartphones für ein Ritter-Selfie. Ich sperrte mit rotem Flatterband die Szenerie ab und die Darsteller konnten beginnen zu spielen.

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An Tag zwei fing es an zu regnen, was unsere größte Sorge gewesen war. Trotz erschwerter Bedingungen waren die Komparsen jedoch bestens gelaunt und wir begaben uns bei Regenpausen wieder ins Freie. Die letzte große Szene spielte auf einem mittelalterlichen Marktplatz: Händler breiteten ihre Waren aus, Kinder spielten Fangen und plötzlich fing ein Darstellerpaar an zu knutschen. Da griff Yadegar Asisi sofort zum Walkie-Talkie: „Auf das Liebespaar draufhalten!“
Die meisten Passanten waren verwirrt: Ein Filmsetting ohne Kameras? Versteckt auf 75 Metern Höhe trotzten unsere Fotografen mit Funktionskleidung auch mit kalten Händen dem Wetter.

Zurück im Trockenen bedankte sich Yadegar Asisi bei den Komparsen für das produktive Wochenende. Wir hatten tausende Fotos geschossen und konnten den Rückweg nach Berlin zufrieden antreten. Als wir unseren Saal geräumt hatten und auch der letzte Helm in die Autos verladen war, blieb nur noch eins: Ein letztes Gruppen-Selfie mit dem Hochstativ!

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