DRESDEN 1945 – ein Besucherbericht von Antonia

18 Mrz

„Zerstörung bis zum Horizont“: Besucherin Antonia war zum ersten Mal im Panometer Dresden und sah DRESDEN 1945. Ein Erlebnisbericht.

vor dem Eingang (c) Christoph Strümpfel

Antonia vor dem Eingang zum Panometer Dresden (c) Christoph S.

 

Gespannt erwartete ich das Panorama DRESDEN 1945. Ich war bereits vom kleineren Berliner Panorama DIE MAUER sehr beeindruckt und konnte mir kaum vorstellen, wie Yadegar Asisi die Katastrophe des Krieges auf rund 3.000 Quadratmetern Bildfläche festhalten wollte. Das Panometer besuchte ich mit meinem Freund und seinen Eltern. Wir hatten schon einen ersten Bericht von einem Freund der Familie gehört, der fasziniert von den Lichteffekten sprach, die ihn beim Betrachten des Bildes vom zerstörten Dresden in eine besondere Stimmung versetzten.

Direkt hinter der Kasse wurden wir in dunkles Licht getaucht und konnten erste Donnergeräusche hören. Aufsteller mit einem kurzen Abriss der tragischen Kriegsgeschichte und Rolle Dresdens frischten meine Geschichtskenntnisse auf. Videosequenzen von Bombenabwürfen und Steckbriefe einzelner Dresdner Kriegsschicksale stimmten mich emotional auf dieses düstere Thema ein. Als wir durch die Ausstellung außen um die Rotunde herum gelaufen waren, standen wir vor dem Eingang des Panoramas.

 

Eingang zum Panorama (c) Antonia S.

 

Vor mir erstreckte sich ein riesiges und finsteres Bild des zerstörten Dresden am Abend des 15. Februar 1945, dessen Detailreichtum ich im ersten Augenblick nicht wahrnehmen konnte. Begleitet vom Donnern und Grollen entdeckten wir vom Boden aus hier und dort Menschen auf dem Bild – lebendige und tote. Ich dachte daran, wie schrecklich die Wirklichkeit gewesen sein muss. Und zugleich, wie groß das Glück war, diese Tage der Bombardierungen und des Feuersturms überlebt zu haben.
Mit der Nachtsequenz wurde es noch dunkler, Sirenen ertönten und Blitzlichter flackerten auf. Die Stimmung war bedrückend und wir fragten uns, wie Zeitzeugen das Panorama und die Inszenierung wahrnehmen würden.

Von dem mehrgeschossigen Gerüst in der Mitte des Panoramas konnten wir einzelne brennende und zerstörte Bauwerke wiedererkennen: das Hygienemuseum, die eingestürzte Frauenkirche, das Polizeipräsidium, die Kreuzkirche und die Staatskanzlei. Wohin ich auch blickte: Zerstörung bis zum Horizont. Dresden in Schutt und Asche. Ich war entsetzt. Ein Bild hatte es bisher nicht geschafft, mir den Krieg in seiner Brutalität so nahe zu bringen.

 

Antonia auf dem Gerüst (c) Christoph S.

 

Das Bild der Zerstörung lässt einen schnell vergessen, dass Dresden damals keine tote Stadt war und es – zum Glück – viele Überlebende gab. Die persönlichen Geschichten auf den einzelnen Etagen des Gerüsts erinnern daran.
Nach Verlassen des Panoramas zeigt die Ausstellung einen Film in dem Zeitzeugen ihre Geschichte des Überlebens erzählen. Bewundernd blickte ich in die Gesichter auf der Leinwand und fragte mich, woher sie in der von Armut, Entbehrung und Trauma geprägten Nachkriegszeit die Kraft nahmen, die Hoffnung nicht zu verlieren. Auf unserem Rückweg durch Dresden blickte ich aus dem Autofenster und konnte etwas besser begreifen, wie unfassbar groß der Wille der Überlebenden tatsächlich gewesen sein muss, ihre Stadt wieder aufzubauen.

Das Panorama DRESDEN 1945 erinnert sehr anschaulich an die Zeit des Nationalsozialismus und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung, die auch heute keinesfalls an Wichtigkeit verloren hat.

Zitatprojektion in der Begleitausstellung zum Panorama (c) Antonia S.

Zitatprojektion in der Begleitausstellung zum Panorama (c) Antonia S.

One Antwort zu “DRESDEN 1945 – ein Besucherbericht von Antonia”

  1. Markus 19. März 2015 at 07:49 #

    Klingt eindrucksvoll!Das muss man wohl gesehen haben.

Hinterlasse einen Kommentar