Asisi Künstlerwerkstatt: Levin Klocker trifft wissenschaftliche Berater für ROUEN 1431

28 Mai

Levin Klocker ist verantwortlich für Kommunikation und wissenschaftliche Koordination – aktuell für die Entstehung von ROUEN 1431. Mit wissenschaftlichen Beratern sammelte er Szenen für ein Fotoshooting, das dieses Wochenende in Rouen stattfindet. Wochen zuvor organisierte er ein deutsch-französisches Arbeitstreffen in Berlin.

 

(c) asisi

Levin Klocker mit Nathalie Roy

 

In rund einem Jahr eröffnen wir ROUEN 1431 in unserer französischen Partnerinstitution Panorama XXL. Das Panorama versetzt den Betrachter in die gotische Stadt Rouen im 15. Jahrhundert: Er taucht ein in das bunte Treiben auf Marktplätzen und Straßen, er erlebt katholische Prozessionen, Gauklerfeste und die gefangene Jeanne D’Arc auf dem Weg zum Scheiterhaufen.

 

Bildschirmfoto 2015-04-29 um 17.06.24

Darsteller des ersten Fotoshootings für ROUEN GOTHIQUE (c) asisi

 

Wie für jedes Panoramaprojekt brauchen wir auch hier detailliertes wissenschaftliches Fachwissen von Außen. In diesem Fall zur Frisur von Jeanne D’Arc, der Fensteranzahl gotischer Einfamilienhäuser oder der Nutztierhaltung in französischen Hinterhöfen anno 1431. Guy Pessiot und Nathalie Roy haben diese Informationen. Die Historiker aus Rouen begleiten unser Projekt seit jeher und reisten im April für ein Arbeitstreffen zu uns nach Berlin.

Nachdem ich Termine und Programm festgezurrt hatte, stand eine rasche sprachliche Vorbereitung auf der Agenda – ich sollte beim Treffen nämlich in die Rolle des Dolmetschers schlüpfen. Google spuckte unter „Französisches Fachvokabular: Mittelalter + gotische Architektur“ glücklicherweise brauchbare Ergebnisse aus. Am letzten Morgen blieb in der U-Bahn auch noch etwas Zeit, um die schwierigsten Wörter wiederzukäuen: Baugerüst – L‘ échafaudage, Scheiterhaufen – le bûcher und wie war Dachgiebel noch schnell? Zu spät, wir sind schon am Kotbusser Tor. Aussteigen und zum Oranienplatz, gleich beginnt das Meeting.

 

(c) asisi

Levin Klocker, Nathalie Roy, Guy Pessiot

 

„Bienvenues à Berlin!“

Nach einem ersten Rundgang durch die asisi-Künstlerwerkstatt sollte 3D-Projektmanager Matthias Meye den Franzosen den Panorama-Arbeitsstand in Sachen Architektur präsentieren.
Für unser Treffen war ein Filmteam aus Frankreich angereist, das an einem Making-of von ROUEN 1431 arbeitet. Mit Mikros verkabelt saßen wir also um den Besprechungstisch und diskutierten zweisprachig über die richtigen Rot-Töne von Hausdächern in Rouen oder die Höhe der Brücken am Seine-Ufer im Jahr 1431. Im richtigen Redefluss kriegt man dann sogar den Dachgiebel unter, auch ohne die wörtliche Übersetzung…

Nach einer Stärkung zu Mittag – primär Wurstvariationen und Sauerkraut, cuisine typique allemande eben – sprachen wir in Yadegar Asisi’s Atelier über die Figuration, also die Menschen, die im Panorama zu sehen sein werden.

 

Besprechung im Atelier (c) asisi

Besprechung im Atelier mit Yadegar Asisi

 

Um die Ideen in einzelnen Szenen festzuhalten, zeichnete Asisi mit Kohlestift direkt in einen drei-Meter-Ausdruck des noch unvollständigen Panoramas: Hier könnten Soldaten mit Pfeil und Bogen trainieren, vor der Kirche zieht ein Taschendieb einem Pilger ein paar Münzen aus der Tasche, dort schlagen spielende Kinder eine Scheibe ein…
Letztlich entstand daraus ein Storyboard, das als Grundlage für unser Fotoshooting mit Darstellern in Rouen dienen wird.

 

(c) asisi

(c) asisi

 

Ein intensiver Arbeitstag ging zu Ende und ich schlenderte mit vollem Notizbuch und befriedigten To-Do-Listen glücklich nach Hause. In der U-Bahn setzte ich mich mitsamt grauen Zellen auf die Auswechselbank, da fiel’s mir wieder ein: Le pignon – der Dachgiebel!

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar