Asisi Künstlerwerkstatt: Art Director Sandra Knüpfer gestaltet das TITANIC-Keyvisual

26 Mrz

Ab Anfang 2017 wird im Panometer Leipzig Yadegar Asisis neues Panorama TITANIC zu sehen sein, das den Besucher etwa 3.800 Meter unter die Meeresoberfläche versetzt. Grafikerin Sandra Knüpfer von der Berliner Künstlerwerkstatt entwickelte das Keyvisual, also das visuelle Aushängeschild des Projektes, das auf Flyern, Plakaten oder Magazin-Covern zu sehen ist.
Sie erzählt uns vom Entstehungsprozess.

 

Panoramaausschnitt (c) asisi

Panoramaausschnitt (c) asisi

 

Am Anfang des Weges stand ein Brainstorming mit unserem Creative Director Mathias Thiel, um einen Leitgedanken herauszukristallisieren. Was macht das Panorama aus? Wie kann die grafische Essenz eines Bildes aussehen, das rund 3500 m2 groß ist?
Unser Ausgangspunkt war die gigantische RMS Titanic, eine der größten technischen Errungenschaften jener Zeit, die von den Kräften der Natur überwältigt wurde und sank. Seitdem wird das Schiffswrack seit über einem Jahrhundert von Bakterien und Algen zersetzt; es ist löchrig und von Ablagerungen übersäht.

Hier begann meine erste Internetrecherche zu Beispielfotos von Schiffswracks und Unterwasser-Szenen. Das Keyvisual sollte abstrakt sein und gleichzeitig das Wesen des Projektes widerspiegeln, das durch die blaugrüne Farbgebung und die dunkle Tiefe des stellenweise beleuchteten Meeresgrundes bestimmt ist. Mit diesem Ansatz formte ich eine erste konkrete Idee, die nun an das übergreifende 360°-Kreisthema aller asisi-Keyvisuals angepasst werden sollte.
Auch die Typografie spielte dabei eine wichtige Rolle. In Titanic-Foren fand ich den originalen Schriftzug, der am Bug des riesigen Schiffes angebracht war. Mir gefiel seine zeitlose Schlichtheit, welche ich später auch im Keyvisual umsetzte.

 

Art Director Sandra Knüpfer formt die Pappmachémasse (c) asisi

Art Director Sandra Knüpfer formt die Pappmachémasse (c) asisi

 

Für eine Anlehnung an die charakteristische grobe und unregelmäßige Struktur der Ablagerungen am Schiffsrumpf begann ich mit Pappmaché herumzuprobieren, einem Gemisch aus Zeitungspapier und Kleister, das ich schon während meines Malereistudiums verwendet hatte.
Als ich mit dem Ergebnis zufrieden war, fotografierte ich die ausgebreitete Pappmachémasse und machte mich dann an die Nachbearbeitung der Fotos. Licht und Farbe mussten an die düstere und blaugrüne Farbstimmung des Meeresgrundes mit wenig Licht und viel Schatten angepasst werden.

Das Keyvisual war nun weitgehend fertig – allerdings fehlte noch ein stärkerer Bezug zum versunkenen Schiff. Nach einer Zwischenpräsentation mit Mathias Thiel und Yadegar Asisi suchte ich nach einem Weg, charakteristische Strukturen des versunkenen Schiffes in abstrakter Form darzustellen. Dabei fiel mir eins ins Auge: Eisennieten hielten das Schiff zusammen und konnten es doch nicht vor dem Sinken bewahren. Sie waren am ganzen Rumpf und im Innenraum präsent.
Schnell fand ich eine geeignete Grafik, die ein rostiges Eisenteil mit Nieten zeigte. Ich fügte es in meinen Entwurf ein, passte es an die Farblichkeit an – und war endlich zufrieden.

 

Das fertige TITANIC-Keyvisual (c) asisi

Das fertige TITANIC-Keyvisual (c) asisi

 

In der Entwicklung eines Keyvisuals experimentiere ich immer auf gestalterischer und kunsthandwerklicher Ebene mit verschiedenen Materialien, was mir viel Spaß macht. Es ist die Herausforderung, verschiedene Ideen und Ansätze in eine visuelle Form zu gießen, die letztlich die Grundstimmung, den Kern eines Panoramas genau auf den Punkt bringt.

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