Asisi Künstlerwerkstatt: Architektin Ginny Lehmann auf der Baustelle

2 Dez

Noch diese Woche eröffnet der Gasometer Pforzheim mit dem asisi Panorama ROM 312. Architektin Ginny Lehmann vom Berliner asisi Team betreute vor Ort den Ausstellungsaufbau und hielt ihre Erlebnisse fest.

Architektin Ginny Lehmann

Ginny Lehmann

 

Die Vorbereitungen für die Eröffnung vom Gasometer Pforzheim laufen an allen Fronten auf Hochtouren und seit meinem letzten Besuch hat sich eine Menge getan. Neun Tage nach meiner Ankunft sitze ich jetzt auf einem Rollgerüst, atme durch und schaue mich auf der Ausstellungsebene um. Es ist schon erstaunlich, was wir in den letzten Tagen geschafft haben!

Am ersten Tag kam ich gespannt und voller Vorfreude in Pforzheim an – unter flackerndem Baulicht wurden die letzten Punkte in der Bassinebene eingemessen, während die Gerüstbauer ihr Material durch den vom Regen getränkten Boden ins Gebäude beförderten. Für die meisten war der Anfang wohl noch recht unspektakulär, doch ich war schon zu diesem Zeitpunkt einfach begeistert: Es ging wirklich los – man konnte die ersten Positionen erahnen, die man seit Wochen auf dem Papier geplant hatte. Außerdem für mich der erste Aufbau, den ich fast alleine vor Ort begleite – hier wird Konstantin stehen, dort wird das Stuhllager sein, dort hinten werden die Gäste im Auditorium sitzen…

work in progress...

work in progress…

 

Glücklicherweise war die Stimmung vor Ort gut und alle anderen viel entspannter als ich – es gab genug zu tun, aber keiner ließ sich durch fehlendes Material, kurzen Wassereinfällen und engen Zeitplänen aus der Ruhe bringen. Nun war richtig Leben auf der Ausstellungsebene: Hebebühnen surrten und piepten, Gerüstelemente wurden durch die Luft geschmissen, es wurde gehämmert, gebohrt, getackert und ganz nebenbei blieb kein Auge trocken.

Die Ausstellung wuchs und wuchs, man wollte eigentlich nur noch zwischen den Gerüstelementen umher huschen und den Montageteams auf die Finger starren, gefühlt passierte jede Minute etwas Neues oder ein Ausstellungselement wurde fertig gestellt. Um nichts zu verpassen, habe ich meinen Arbeitsplatz direkt auf einer Europalette eingerichtet. Es war einfach toll zu sehen, wie die bekannten Simulationen, 3D-Modelle und Zeichnungen nun „echt“ wurden und tatsächlich 1:1 vor einem standen.

Lieferung der Büste von Kaiser Konstantin

Lieferung der Skulptur von Kaiser Konstantin

 

Mittlerweile ist es ganz ruhig geworden und die meisten Arbeiter haben sich vorerst verabschiedet. Während ich die letzten Tage Revue passieren lasse, schaut Konstantin skeptisch auf mich herab. Vielleicht hat er sich noch nicht ganz von seiner Ankunft im Gasometer erholt. Die Lieferung und das Aufstellen der Konstantin-Büste war auf jeden Fall einer von vielen kleinen Höhepunkten der letzten Tage – zum Glück gab es drei entspannte Gerüstbauer, die Konni mitnahmen auf die spektakulärste Fahrt auf zwei Scheren, die ein Gipskopf je erlebt hat. Man konnte kaum hinschauen, als der 200 kg schwere Kopf an einem Rohr baumelte und mit zwei Hebebühnen durch den Ausstellungsraum gefahren wurde. Am Ende hat alles geklappt und jetzt freuen sich alle, wenn Konni ihnen im Vorbeigehen zuzwinkert.

Es ist noch einiges zu tun aber ich bin jetzt schon leicht wehmütig weil die Aufbauzeit dem Ende zugeht. Gleichzeitig freue ich mich ungemein auf die Eröffnung, wenn wir die Ergebnisse unserer gemeinsamen Arbeit dem Publikum präsentieren können…

Bildhängung vom Panorama ROM 312

Bildhängung vom Panorama ROM 312

One Antwort zu “Asisi Künstlerwerkstatt: Architektin Ginny Lehmann auf der Baustelle”

  1. Ralf Borgmann 23. Oktober 2016 at 12:46 #

    Sehr geehrter Herr yadegar asisi,

    wir waren am 21.Oktober 2016 im Gasometer Pforzheim.
    Einfach nur WOW! Mein elfjähriger Sohn, meine Frau Steffi und ich, waren vollends begeistert, von Ihrer phantastischen arbeit. Wir haben uns stundenlang dort aufgehalten und stetig neue Aspekte und Details entdeckt, auf jeder Etage neues aus einer anderen Perspektive. Mit zunehmender Betrachtung entstand sowohl der Eindruck, das alle Figuren sich gleich in Bewegung setzen würden, und man selber in das Bild hineinlaufen/eintauchen könnte.
    Noch nie hat uns ein Museumsbesuch so fasziniert, wir waren hinterher alle einig, das Eintrittsgeld war sehr gut angelegt 🙂 Vielen Dank Ihnen und allen Mitwirkenden.

    Familie Borgmann

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